Der Parkbank Pinkler Kapitel XVII: Grund genug

„Es ist die Frage, weiter, rücksichtslos weiter, oder aufhören, Schluss machen.”

—Thomas Bernhard
XVII.

Er sitzt auf einem Bett allein im Haftraum. Es liegen gegen ihn Hinweise für drei verschiedene Straftaten vor. Das ist Grund genug, ihn hier zu behalten. Verdächtigt ist er, einen Obdachloser in Hafennähe erschlagen zu haben. Der Verdächtiger wurde aufgefunden, mit der vermutlichen Opferjacke bei, samt Blutflecken. Er hat die Tatsache weder eingestanden noch bestritten. Wie er in den Besitz vom Bekleidungsstück kam, hat er bisher geschwiegen. Präzisere Details zu den Vorwürfen gibt es auch noch nicht.

Vor etlichen Stunden am Uferweg hinter Märkischem Platz wurde er von einem Streifenpolizist wachgerüttelt. Vielleicht ist es schon ein Tag her. Wenige Tagen davor war dieser Wachmeister auf den relevanten Ermordeten gestoßen, auf den selben Bank liegend, Kopf in Richtung Jannowitzbrücke zeigend, wie später der vom vermutlichen Täter, was der Blauer nicht umhin kam zu bemerken, wenn auch nur nebenbei.

Nun ist es unserm Verdachtsperson nicht entgangen, dass dieses Bett jener Schlafbankfläche in Größe und Form entspricht. Es ist wohl von dünn gepolsterten Brettern im Knast die Rede, aber den eckigen Latten gegenüber, was nicht unerheblich zu Hüft- und Nierenschmerzen führt, fühlt es sich hier behaglich an.

Er wägt das Für und Wider weiter ab: Hier gibts Schlafplatz und Essen. Wärme. Ein Klo. Eine Dusche. Selbstverständlich, nimmt man an, jedoch Schurken, die einem eventuell Gewalt antun. Doch draußen gibts sie auch. Und Mord ist grad angesagt. Dafür ist die Zeit irgendwie. Schlafplätze und Essen sind scheiße und stets aufdringlich im Kopf anstatt im Magen. Matratze wird irgendwann immer geklaut. Auch wenn es nicht kalt ist, ist es manchmal kalt.

Außerdem gibts keinen Blickkontakt mehr, geschweige denn das Miteinander. Ob es hier drin gibt? Auf der Straße wird es sich überall vor Unbehagen bis Ekel abgewendet. Dadurch wird sich die Minderwertigkeit andauernd verfestigt. So bloßgestellt zu werden, dass einer in diesem Welt versagen hat. Dass einer den Wille nicht besitzt. Dass man ab irgendwann diesen Wille als unerreichbar erlebt und auf dem Gehweg sitzt und Blickkontakt meidet auch nur kurz zu sehen zu bekommen.

Und das noch indirekt gegenseitig von der breiten Masse, indem sie den Blick meidet auch nur kurz zu werfen, um nicht selber bloßgestellt zu werden, dass sie einiges erkennt. Dass zum Beispiel Wohnungslosigkeit eine Ursache des Alkoholismus sei, ist Quatsch. Weil, was auch nur teilweise Quatsch ist, ist schlicht Quatsch. Dass obwohl es sich allezeit besoffene Penner gab — mit Leberzirrhose bis in der rot befleckten Nase erscheinend, die den größten Schauplätze der Erde schmücken und besudeln —, dass eine ursprüngliche Ursache tief in sich herumtreibt und sich wiedererkennt in den menschlichen Steinen, die in den Weg liegen.

Dass, was teilweise Quatsch ist, ist schlicht Quatsch, insofern Symptome zur Ausrede werden, Grund genug, dem Bettler keine Hilfe zu leisten und, wenn schon, nicht weil er damit Alkohol sucht, sondern weil er nicht im Besitz von diesem Willen ist. Tief im Inneren erkennt man den Unterschied zwischen diesem Willen und dem Lebenswillen. Ersteres ist Lebenslust, was unser Gefangener vermutet, nur gerochen zu haben. Gesehen. Gehört. Davon gehört. Observiert.

Zwischen damals, als er glücklich genug war, Unterlage und Wände unterm Dach zu haben — Grund genug, glücklich zu sein und trotzdem nicht glücklich —, und seitdem er auch ohne dieses weitermacht, ist der Lebenswille ohnehin de facto vorhanden. Und nun, obwohl das Ernähren eine Frage von Ob anstatt Wann und Wo und Wieviel ist, eine gewisse Ungewissheit herrscht über alles, die sagt, falls einer zuhört, warum man so treibt. Warum nur?

Diese allmächtige Ungewissheit heißt Todesangst. Ebenfalls darum wird den Blick abgewandt. Überdies ist das Augenkontakt soweit verloren wie es aus dem Gedächtnis unsrer Verdachtsperson verschwunden, wann er das erste Mal erkannte, mit dem Fluch von Lebenswille ohne Lebenslust beladen zu sein.

Zumindest von der Lage her sind alle Gefangene einigermaßen gleich. Ob sie vertraut verkehren ist rein akademisch. Das Arbeitsrätsel erledigt sich auch. Hier bedrängt der Wille nur die, die auf freiem Fuß wollen. Heute Nacht wurde gegessen und gut geschlafen. Grund genug zu gestehen ist seiner Gedanke, was sich von selbst versteht und auf ihn wirkt geradezu wie eine gewaltige Erleichterung.

Mit einem aufschreckenden Knall wird die Flurtür aufgesperrt. Widerhallende Sohlen begleiten einen schleppenden Schlüsselbund und kommen der Zelle nah. Der Schatten des Wärters kommt zuerst an, dicht gefolgt von seiner Gestalt. Sie versammeln sich vor den Gitterstäben und werfen einen neuen Schatten dahinter. Der stoppt, schließt um, schiebt auf und meint, »Die Beweiskraft der Indizien reicht nicht aus um Sie hier weiter festzuhalten. Sie dürfen nun gehen.«

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Der Parkbank Pinkler Kapitel XVI: erhellend und matt

XVI.

Dies ist die Geschichte von Kraft und Leere. Nicht allzu kompliziert zu erfassen, wenn man deren Wesentliche erleben hat oder wie hier, ist man bislang mit der Zusammenwirkung von Kräften und Leere ausgekommen. Jedoch verschachtelt ist der Geschichte wie die Kreisen der Hölle, wenn erzählt werden muss, über kräftige Leere gegenüber leeren Kräften und dann noch über leere Kräfte gegenüber kräftigen Leere. Gar nicht zu reden vom Verklausulieren nötig seitens des Erzählers.

Selbstredend kommen Leser zu dem Schluss, dass eine Festlegung von Begriffen Vorrang hat. Was ist Kraft? Was ist Leere? So einfach ist es leider auch nicht. Gerade deshalb diese Geschichte. Ich sag dies nicht, um die Geschichte im Voraus rätselhaft aufzuweisen, auch nun nur nicht, deren besonderen Umriss vorzulegen, aber doch: Die Geschichte bestimmt die Begriffe, nicht andersrum. Wiederum wird die Bedingungen der Geschichte von den daraus gewonnenen Begrifflichkeiten abhängen.

Vorwiegend aber und ganz einfach, eine Geschichte dürfte mehr sein als ein Bild wert. Eventuell auch diese. Leider bin ich weder Maler noch Schriftsteller. Als nichtmaler Künstler dennoch, zu erzählen habe ich eine Geschichte. Sie hängt von Worten ab und ich von Wörtern und, wie gesagt, die Bedeutung dieser Geschichte besteht aus Worte-abhängigen Wörtern. Kurzum: Metapher und Analogie kraft der Parabel. Diese handelt sich vom Folgenden:

Sprich: es war nicht nur einmal. Es war immer wieder. Wie der Messiahs von Fleischhändel aus dem Fall von Thomas von Aquin: Unsterblich. Lobt Jah! Und es wird noch immer sein. Oje! Wir werden bitter Vorräte nötig haben. Jedenfalls mehr als was Otto von Sprichwort parat hat.

»Bei Otto von Sprichwort ist nichts unbekannt.«  »Ich brauch aber eine Lebenszielversicherung, nicht Lebenszielberatung.«  »Zum Glück kenne ich auch noch einen Lebenszielversicherungs-verkäufer.«

Überleg. »Ist er teuer?«  »Billig ist er gerade nicht. Günstig aber, wenn einer bedenkt, was man dafür bekommt.«  »Die Versicherung ist ohnehin lebensrechtlich vorgeschrieben.«  »Eben.«

Und so macht sich unser Lebenszielversicherungsarme auf den Weg. Wie der Zufall es wollte, ist sein Ziel nur zwei Busse entfernt, der Eins-elf und der Einundzwanzig, darunter achtzehn Haltestellen. Zweimal Dreiviertelstunde. Am Büro angekommen, holt er den Aufzug in die neunten Etage und meldet sich bei der Dame am Empfang: »Sind Sie Laufkunde?«  »Bin mit dem Bus gekommen.«  Zugewiesen nimmt er im Wartezimmer Platz. Darunter ein Heft, eine Illustierte, anderthalb Artikel, viele Bilder. Dreiviertelstunde.

»So. Sie möchten bei uns eine Versicherung abschließen.«  »Na ja. Ich bin verpflichtet.«

»So so! Eine Lebenszielversicherung! Dabei kann ich Ihnen recht behilflich sein.« Er steht auf und geht zur Tür. »Frau Fang, bitte übergeben Sie mir den Lebenszielberatungsschein von Herrn…«

»Er hat keins. Der Herr gehört auch der Laufkundschaft.«  Von über die Kundenschulter: »Ich bin mit dem Bus gekommen.«

»So so.« Die Tür wird geschlossen und Platz wieder genommen hinterm Schreibtisch. »Sie hätten doch lieber erst anrufen sollen, der Herr. Allerdings ist der Fernsprecher noch nicht erfunden, und wir hätten den Anruf sowieso nichts entgegengenommen… trotzdem. Egal. Sie müssen uns ein Beratungsschein vorlegen. Ohne Lebenszielberatung wird keiner versichert. Zumindest nicht in diesem Staat. Wo kommen denn her, Herr…«

Das war einmal. Vielmals läuft es ähnlich so, auch nach Erfindung des Telefons. Meistens versucht der Lebensziel-versicherungsarme dem Kaufmann zu erklären, wie es schon beim Berater wirklich umgekehrt abgelaufen war, wo es heißt, der Beratene muss dem Zielberater den Versicherungsvertrag vorlegen können. Sonst wird keine Lebenszielberatung geboten beziehungsweise in Anspruch genommen. Zumal in jenem Staat.

Noch nicht ein einziges Mal weißt der Lebensziel-versicherungsarme beziehungsweise der Lebenszielberatungs-scheinlose, wo er her kommt. Er weißt lediglich, er kommt mit dem Bus.

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Der Parkbank Pinkler Kapitel XV: s’Klatscht-Gleich-Platz

„…und die Wörter, mit welchen wir aus Verlassenheit im Gehirn hantieren, mit Tausenden und Hunderttausenden von ausgeleierten…“

—Thomas Bernhard
XV.

In den neunzigern vor dem bevorstehender WM in Chicago hat man den Wacker Drive von ihren unbehausten Allgemeinheit geräumt die da angesammelt haben und allerdings nicht ganz unbehaust waren. Da wurde immerhin in unterster Strecke dieser drei-ebenen Straßenzügen eine grobe Unterkunft gebastelt wie bei Skid Row in Los Angeles aber wie gesagt Untergrund im wahrsten Sinne. Bei der Räumung hab ich zwar nicht mitgemacht aber Gegenwehr habe ich auch nicht geleistet.

Arbeiten habe ich in meiner Studienzeit da unten im Restaurant als Kellnerin und pflegte regelmäßig Feierabends beziehungsweise in der Pause die von unsern wohlhabenden Gästen nicht total verzerrten Essensreste für die Außenbewohner klammheimlich aufzustellen. Dies wäre Kündigungsgrund. Rettung vom Abfall bleibt Diebstahl.

Räumungstag war zu nachtschlafender Zeit. Frühmorgens im Halbdunkel hatte ich gerade Feierabend als die Bullen diese Menschenmenge wegschleppten was viel mehr waren als man zu erwarten mag. Aus dem Schlaf gerissen zu werden ist das Böseste dabei war sofort meine Gedanke. Wenn wie ich wahrscheinlich gerade erst eingepennt nach stundenlang rastloser Rast.

Schlafplätze waren es nur. Tagsüber nie besetzt. Hätte man bis mittags gewartet wären sie wohl wie Biene ohne Wabe wieder abends angekommen aber mindestens hätten sie ihr Schlaf am morgen davor.

Damit fertig beorderte unser Boss die bei uns illegal angestellten Billiglöhner die Plätze auszuräumen. Für diesen Zweck schon hatten sie riesige Container bestellt obwohl wir schon welche hatten. Die Extras dienten als Machtdemonstration zugunsten von unter anderen den achso hart arbeitenden Geschäftsreisenden die zu jener Zeit besoffen unsre Bar verlassen.

Hin und wieder ausschließlich beim Einschlafsbemühungen denke ich an diesen Moment. Ein paar Tagen danach zur WM Eröffnungszeremonie erschien Helmut Kohl zusammen mit Bill Clinton. Was man leisten muss um Host Country zu sein hatte ich damals keine Ahnung obwohl ich täglich mehrere Zeitung las. Zwölf Jahre später nur bin ich auf der Straßen von Berlin gelandet. Pünktlich zur WM.

Sechs Jahre davor eine Woche vor dem Votum für Ausrichterland hat Gerhard Schröder das Waffenembargo gegen Saudi Arabien aufgehoben und ihnen Granatwerfer zugestellt. Einige Berichte zufolge würde das als vorläufige Gegenleistung für die Saudis Stimme. Sechs Jahre später war es mit der Platzvertreibung hier in Stadtmitte auch nicht gespart.

Und der Ritus zur Bettzeit ist so ähnlich wiefern das Gebet des Barden unentwegt vor sich hin erhofft vielleicht auch träumen vielleicht auch träumen vielleicht auch träumen vielleicht auch. Vielleicht.

Viel leicht ist es nicht.

Die Gedanken laufen unbehindert von Buchstaben obwohl wir glauben über Wörter zu stolpern. Diese blitzschnellen Begriffe wird nicht vom Wortbau angehalten ja daher genausogleich vergessen wenn nicht an den Wortbaustelle eingetroffen. Wer von uns können das ruhig hinnehmen?

Liegend heißt nicht gerade ruhig. Ist gerade auch nicht.

Ich kann es nicht verstehen sagte Ollie damals warum gerade diejenigen die alles haben öfter dazu neigen Atheisten zu sein als die mit nichts. Ich tat mein Bestes zu erklären obwohl ich glaubte seiner Vordersatz nicht stimmte Neigen tun wir alle hauptsächlich wenn wir angezogen. Ich meine selber bin ich nicht gläubig aber was habe ich früher geglaubt zu haben? Naja. Aus heutigen Sicht viel mehr als heute aber damals… kann ich nur so zurückblicken… hatte ich nicht das Gefühl von bereicherter Existenz. Was in dem Schlaf für Träume kommen mögen…

Religion ist eigenes Ding meinten die Preußen. Frag mal die Hugenotten. Eines wofür ich Ollie schätzte war dass er keineswegs sein Glauben predigte genauso wie er erkannte in mir dass ich keine von diesen evangelisierenden Neuatheisten bin. Religion hat ich als ich Wohnung Job und Familie hatte. Heute sieht es umgekehrt aus. Ich weiß aber wovon Ollie redete. Ärmere Menschen beten oft zu einem Gott. Gebildet mit Geld beten bestens zu der unsichtbaren Hand der Marktwirtschaft für materiellen Erfolg. Inwiefern diese einer Glaube pflegen wenn sie behaupten einer Religionsgemeinschaft anzugehören kann ich nicht besser behaupten als ich selber damals als Kind in der Kirche. War mein Glauben echt? Vielleicht auch träumen.

Wenn man wissen will ob wir mit einander geschlafen haben sag ich nur dass der Ding mit Obdachlosen und Sex jedenfalls meiner Erfahrung nach ist dass es nicht viel Sex gibt langzeitig ohne Obhut wenn überhaupt denn schräg. Geschlafen haben wir schon und wie es mit dem Miteinander vorging hat er mir viel Nützliches beigebracht aber auch viel Unsinn. Bei diesem Wetter zum Beispiel. Man erfährt rasch im Winter dass solange die Decken stimmen schläft man warm auch unterm Frost. Ollie meinte sich besser erst eng in seinen Mädels Polly und Esther zu wickeln damit meinte er in Stoff vom Seesack. Kann ich aber nicht ausstehen wegen der Lästigkeit wälze herum so abends und muss widerstandslos untern Decken gleiten und schlüpfen können und damit ist gleiten nicht möglich.

Und während ich ehrlich zu sagen nicht ausschließen kann dass es Übernacht mit Canvas am Haut doch wärmer würde bleibe ich trotzdem eher skeptisch. Ich meine wer tauscht Zelt und Schlafsack herum? Ollie hats! Nicht dass der Typ kein Genie war in seiner Art und Weise aber wollte manchmal nur noch den Querdenker darstellen und hat da gerne Konträrtheorien ausgedacht. Hierfür durchlebte er doch die experimentelle Phase und bestand darauf dass man die Nächte so reglos wie möglich durchmachen muss. Dafür hatte er glaube ich stets Muskelkater. Der toter Erfinder. Tagsüber war alles an ihm steif bis auf den Pimmel. Frag mich noch ob ich mit ihm Sex hatte! Ich lache mich selbst tot!

Buddelschiffgespräche redete er doch den ganzen Tag daher. Man sitzt auf selbst gebauten Kühlcontainerschiff gefangen in vom phantasierten Gott geblasener Flasche schwebend auf hoher See ohne Ende und betet um Wärme und Luft. Früher waren wir beide bestimmt junge Genies nun nur bin ich Idiotin alt und allein.

Vom Frühjahr kennt man diesen breiten Temperaturwechsel. Noch früher im Jahr wenn Winter noch nicht ausgeklungen ist weicht es in Berlin auch noch bedeutender ab aber anstatt wie in Mai diese nicht wissen ob man eine Jacke herumtragen muss oder nicht ist es im Februar schon so dass man schön in der Sonne sitzt ohne zu ahnen dass in weniger Stunden noch minus Grad kommt und zwar gegebenenfalls ziemlich so.

Es ist schade um Ollie. Das ist eigentlich ein Spitzname. Er ist von Kumpeln benannt nach Skateboardtrick, dieser selber nach noch lebendem Erfinder getauft. Ich habe miterleben müssen wie zwei Dreckskinder ihn tot vom Ufer ins Wasser geworfen haben. Begangen haben sie den Mord nicht bin mir sicher. Ich hab die da direkt zur Rede gestellt und der Jüngere schwor dass sie nur Spaß mit der Leiche haben wollten impliziert dabei die Frage wie oft solch eine Gelegenheit bieten würde. Herumblödeln mit echter Leiche. Er hätte nicht älter als elf sein können. Nein diese grausigen Arschlöcher sind am Mord von Ollie nicht beteiligt hat man doch daran erinnert dass die irdische Verstrickung nicht von alleine löst.

Es gibt Klugpolizisten und Klugscheißerbullen.  Diese sind bin ich mir sicher oft genug Sportmörder. Jene sind sich durch ihre Klugheit zu Klug beim unbequemsten Beweis nachhaken zu vertrauen. Es sei denn die arbeiten beim Verfassungsschutz dann setzen sie selber die Mörder ein. Dass ist die vorgenannte Unbequemlichkeit womit die schweigende Mehrheit einfach so umgehen. Die Beamter verstehen das schon wenn sie lang genug im Amt sind. Zumindest sei sie nicht die zurückgebliebenste Trottel.

Ollie meinte dass in der DDR auf dem Grenzturm haben sie immer drei dabei gehabt da zu zweit kommt es zu einfach zu Fluchtgerede wobei ein Dreier eine gewisse Mistrauensdynamik fördert. Jeder Dritter ist von höher Wahrscheinlichkeit Außenseiter oder trägt mit sich das Gefühl herum verdächtig Verräter zu sein oder zu werden ob gegenüber dem angeblich guten Gesetz oder der moralisch berechtigten Flucht. Eins gegen zwei vermutet jeder zur selben Zeit.

Unter rein psychologischem Gesichtspunkt war das Grenzkontrollprotokoll clever erdacht. Ollie war cleverer meinte er und meinte anstatt bloß die anderen zu fragen wie wäre es wenn wir von hier loswerden lieber den Kollegen eines Tages schlicht »Hej wenn ihr euch auf leisen Stiefeln davonschleichen wollen sag ich gar nichts.«

Ich will nur selber schützen meinte er »da ich Familie habe und nicht hiervon traue«. Sagte ihnen »Ich versuch möglichst euren Leumund zu wahren indem ich sag ich bin recht spät auf Posten eingetrudelt.« Oder nein. Das ist bescheuert. Auf jeden Fall vermerkte er etwa dass das Problem war natürlich dass die jeweiligen Kollegen von Vorschicht dürfen den Posten nur einzeln verlassen alsbald einzeln abgelöst. »Sonst könnte ich behaupten dass ich euch nicht angetroffen habe beim Ankommen auf Posten. Von keiner Flucht könnte die Rede sein zumindest nicht ohne persönliche Pflichtvernachlässigung.«

So hat er es gesagt um die Kollegen in den Gedankengang zu bringen. Zu zweit würden sie gewiss darüber weiter reden meinte Ollie und am Tag danach kamen pünktlich an und behaupteten bald werden sie abhauen und haben sie auch gemacht. Ollie meinte er hat so gleich daraufhin dasselbe gemacht dass er die Flüchtlinge fast überholte. Letztendlich verließen sie das Land zu dritt.

Ich glaube ich hab meine herumlabernden Gedanken frei Erfindung von unsinnigen Details zur Ollies Erzählung überlassen. Er würd nun schon schlafen der Schwein. Vielleicht auch träumen.

Sitz im Berlin. Eine Analogie. Zur Rolle als Bundeshauptstadt. Also Metonym. Es gibt zwei Missverständnisse. Der eine ist kulturell der andere ist syntaktisch. Kulturell ist gegenüber dem Grundgesetz immer von Verfassungsschutz die Rede obwohl es kein Verfassung gibt. Mit Verfassungsbegriffe meint man nur so als wäre man Verfassung haben und nicht als sollte man eine Verfassung haben. Demnach reicht es schon. Mit Verfassung verstehen alle Grundgesetz obwohl sie nicht darüber weiter Gedanken machen wenn überhaupt darüber nachdenken.

Der syntaktische Missverständnis handelt vom Inhalt vom Grundgesetz nämlich wie man nicht behindert werden dürfte die freie Entfaltung der Persönlichkeit zu erleben oder ähnliches. Auf Englisch setzt man das als Development of the Personality um. Dass Entwicklung nicht gerade Entfaltung bedeutet, denkt man jedoch, stellt schnell fest dass es mit Übersetzungen entscheidend am Kontext liegt. Es wäre so in diesem Fall stimmen aber hier sitzt man schön tiefer in der Patsche weil Entfaltung ist eigentlich eigene Sache und lässt sich nicht klar mit dem einen Wort umsetzen. Übersetzen tut man aber sowieso. Was sonst?

Also sagen wir auf der einen Seite oder besser gesagt auf der anderen Seite des Atlantiks sagen wir zuerst dass ein Personality wie Körper und Geist von frühster Kindheit an über Jahre sich entwickeln lässt. Ein vernünftiges Stück hier ein verrücktes Stück da. Daraus wird normaler Mensch gebaut. Bei Entfalten dagegen ist alles schon da und muss sich nur unbeschädigt bewahrheiten. Der erste ist roh und unvollkommen der zweite ein entstehendes Vorhandensein. Bevor es zum Handelsabkommen zwischen zwei solch rezenten Weltkulturen kommt sollte sich gefragt werden welches Leitbild besser zum Roboter und welches zum Mensch.

Beide betroffenen Länder haben jeweilig ein tief gewurzeltes Verständnis von Rechte und beide erleben wie sich diese Unrecht verleihen lässt. Also Entwicklung oder Entfaltung?

Heute hab ich andere Sorgen dass es tagsüber schon so sonnig und warm ist nachtsüber wirds wie Döblin meinte Hundekalt. »s’Klatscht gleich«, hattes sich Ollie so ausgedrückt. Deswegen vor allem gut einwickeln. Einen härteren Schlag als plötzlich im Tiefkühl aufwachen gibts. Aber kaum.

Vieles hat mir Ollie nur indirekt beigebracht wie zum Beispiel wie man von A nach B kommt oder eher in welchen Sinn dass verstanden wird. Für lange Zeit verstand ich das Wort Strecke, wie Wegstrecke, als eine Distanz. Irgendwann mal als mir Ollie einen besseren Weg beschrieb, fiel mir plötzlich ein dass wenn die Rede von Leistungsorientierung ist kann sie genausogut in geometrischem Sinne so’nen Geradenabschnitt indizieren. In diesem Sinne hab ich nach Jahren das erste Mal verstanden wie ich zwei Strecken von meinem irgendeinmaligen Ziel entfernt war anstatt eine abwegige Kurve plus Strecke oder zwei.

Ob ich nun schon schlafe bestimmt nicht. Im oder am Gehirn hantieren? Vom Sprachökonomie dürfte gar keine Rede sein. Warte. Dit hap ick ooch falsch rum. Wenn das nicht genug ist gibts ja auch Geschlechtsfehler. Und was Wirtschaftsaktivität angeht, im wahrsten Sinne die unsere Batteriesaft an den bösen Bonzen, trägt mein täglich geklautes Brot auch schon zur Konjunktur bei. Aggregat. Der Wind weht. Ich vermisse Ollie nicht. Wie schrecklich ist das denn? Oder vermisse ich ihn schon? Bonzen. Brot. Böse Bonzenbrot. Bitterkalt Böe birst. Ich höre es. Fühle es noch nicht. Butterkelt Ollen mit Ollie im Bereich der Schleuse. Er wollte dreimal Goldfisch essen. Dreimal immer fatal Schicksal. Denn wer ertrüg der Zeiten Spott und Geißel…

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Der Parkbank Pinkler Kapitel XIV: die Geschichte im Voraus gefälscht

„Ab ins Fegefeuer!“

—Blutkotzende Goten – Gefickt & Fertig LIVE!
XIV.

Von den Nischensitzplätzen links und rechts glich es einem Diner. Am Fenster hinten in der Ecke wuchs die breiteste vom Tisch verborgenen Bank mit ihrem Winkel zusammen. Auf der anderen Seite der Raumbreite verlief die Theke, deren Vorderende eine Diskussion über eine gegenwärtige Geschäftslage knapp verbarg. Der Chef versuchte zu veranlassen, dass gerade der Neuling ihren Stammpenner hinauswerft. Dieser würde das bestimmt nicht wollen, hatte sich schon bequem in besagter Ecke gemacht. „Der Azubi (faktisch gerade dabei, für wenig Zeit & noch weniger Geld ein Praktikum im Gastgewerbe abzuleisten) versuchte die entscheidende Kompromissbereitschaft aus der Lehre zu erproben. Eventuell dürfte er woanders sitzen?

Unweit dieser Verhandlung, dem Eingangstür entgegengesetzt, saß zwei Beamtinnen. HK Katrin Elsner wärmte sich die Hände an der Kaffeetasse: »Unabhängig von jener Stichhaltigkeit, das Menschentum ist vom Skeptizismus überrannt.«

KM Elke Lamprecht zog die Augenbrauen zusammen: »Ich bin mir nicht sicher, ob das so für mich gilt.« Sie merkte sofort die ungewollte Ironie dieser Erwiderung. HK Elsner, dieselbe Ironie eh schon vorab von der mimischen Muskulatur  ihrer Gesprächspartnerin merkend: »Aus dem Englischen zurückgeholt hieße es eher noch die Verleugnung, denn Denial wurde demnach zu dem, was man nicht wahrhaben will, weder unbedingt eine schlichte Negation, noch nur das, woran nicht geglaubt wird.«

»Unabhängig von der Stichhaltigkeit der Freud’schen Sichtweise«, sprach die Lamprecht diesmal mit gewollter Ironie. Elsner, Augenbrauen hoch: »Eben.«

Unsicher, was diese Stirn zu verbergen mag, entschied sich die Kriminalmeisterin abzuwarten, falls sie es gleich sich erledigt bekommt, fortführend aus dem Mund der Erster Hauptkommissarin: »Dessen bedeutendster Beitrag sollte nicht als psychotherapeutisch gelten, obwohl seine psychologische Wirkung unermesslich groß ist. Der Herr Doktor hat die Semantik entscheidend geändert, wenngleich weder als Semiotiker noch Linguist.«

Lamprecht: »Frau Hauptkommissarin…«  Elsner: »Ach bitte. Katrin. Ist es nicht längst Zeit, dass wir uns duzen? Es sei denn, die Frau Kriminalmeisterin möchte förmlich samt der Anred…«

»Katrin? Gerne. Aber bitte für mich nur El.« Das war eine Überraschung, dachte El. Überhaupt hat sie nicht erwartet, diese kulturelle Möglichkeit zu erwarten.

»Wie schön. Dann. El. Du wolltest noch sagen?« Eben zu Ohren gekommen kam das El so komisch vor. Erst recht während dieses angeblich gleich beginnenden Vortrags über die Sprache und ihre Psycho-effekte. Was wollte sie noch sagen? Vielleicht wenn das duzen gewöhnlicher wird, mit Frau Elsner– äh, Katrin – könnte El endlich mal aufhören, mit diesem ablenkenden Blabla im Kopf. O du Scheiße! El ist gleich zu Beginn so nah an Katrins Nachname, Elsner! Es wirkt gruselig, oder? Eventuell dürfte El Katrin nur noch Ka nennen. Ka und El.  »El? Bist du okay?«

»Ähm. Sicher. Kaa-trin. Ich wollte Ihn…er, dich noch fraa-gen. Ähm. Was ist das mit dem Denial?«  »Ähm. Gut. Ja. Okay. Denk mal an alles Mögliche, woran du nicht glaubst, gegenüber das, womit du gar nicht abfinden kannst, aber sonst nie daran denkst, wenn es sich vermeiden lässt. Letzteres hat Freud von Verleugnung in der Muttersprache ins Denial übersetzt beziehungsweise übersetzen lassen. Damals hieß dies nur so wie eine Negierung, oder das Bestreiten einer Behauptung. Immerhin ist später die Rede von Disavowal, da Englisch sprechende Wissenschaftler ahnten, Denial der dementsprechenden psychologischen Tiefe nicht entgegenkam, oder so der Gedanke.«

»Doch ist das Problem«, sprach Katrin weiter, »dass die Tochter von Sigmund Freud ihre Sprachen von Sigmund Freud beigebrachte worden war. Nach Anna Freud war Denial in diesem Sinne völlig normal. Daher dauerte es kein Jahrhundert bis das Wort in zwei, obwohl sehr ähnliche, irgendwie ganz andere, Begriffe spaltete. Und das ist genau was Freud meinte passieren soll, wenn man etwas nicht wahrhaben will. Eine Spaltung der Psyche.«

»Nun willst du bestimmt wissen«, fragte Katrin zur Bestätigung, »inwiefern ich diese Theorie wegen der Studienfaulheit verfälsche?«  Allerdings, dachte El, wüsste sie eher gern, ob ihre Chefin, duzend und frisch geduzt, ihre Miene erstaunlich effektiv abliest. Sonst möchte sie halt weiter zuhören, befahl: »Erzähl weiter.«

»Also haben wir zwei Begriffen. Sehr ähnlich so. Climate Change Denial ist trotz alledem verhältnismäßig neu. Es könnte heißen Klimaskepsis, als sei man selber Wissenschaftler, oder vertraue nicht auf die Unfehlbarkeit von kommerzgetriebenen Gutachten. Oder man ist einfach Idiot. Glaubt halt an nichts, egal wie sich die Beweise anhäufen. Diese nennt man Climate Change Deniers. Personifiziert also. Ist persönlicher und man kommt nicht davon weg. Immerhin ist ein Klimaskeptiker so gut wie ein Klimawandelleugner. Ein Versuch zwischen den beiden zu differenzieren bringt nichts. Obwohl sie die Ernsthaftigkeit aus der Psychoanalyse übertragen, gemeint ist eigentlich eher eine dickköpfige Ablehnung aus ideologischen Gründen.«

»Es gibt dennoch ein andere Art von Climate Change Denial und zwar mehr in Übereinstimmung mit der Freud’schen Lehre und Nachforschung jeweils von Sigmund und Anna. Tief pathologische Verleugnung bestimmt durchschnittlich besser gebildete Menschen als die Klimawandelleugner. Jener wissen, sowohl ihr Bildungsniveau zu schätzen als auch diese Leugner stillschweigend zu verachten, wenn nicht gerade mit offener Freude zu verhöhnen. Übrigens Verleugnen die Letztere, dass sie in Wirklichkeit gar nicht so gut gebildet sind, Argumente nicht verstehen, beziehungsweise nicht verfolgt haben. Ihre Verständnis ist unabhängig von deren Stichhaltigkeit, weil sie verstehen nicht, was sie behaupten sollen, zu verstehen.«

»Von Kindestagen an lernen wir durch Zuckerbrot und Peitsche. Irgendwann lernen wir mit Gott abzufinden, aber unsre Glaubenspraxis haben wir immer noch, sonst werden wir nicht in vollem Umfang akzeptiert. Wie cool kids halt. Unsre Götter sind bloß anders. Und noch mit Bedenken verdrängt.«

»Ach, ja, und der Klimawandel. Wie du siehst, El, wird tagtäglich von der vorherigen unterschätzen Tipping-Point berichtet. Sowie jedes Jahr vom neuen Hitzerekord. Wie es mit den einzelnen Elementen, die unsren Kohlenstoffrechner in die Höhe treibt. Einzeln und zusammen. Wie wir einzeln sich mit Containerschiffen nicht genugtun können, die Gleichgewicht der Weltwirtschaft aufrechtzuerhalten, ganz zu schweigen von unsrer Fressgier versklavt. Wie wir einzeln mit dem Flugzeug nach dem nächsten Kontinent zum Meeting fliegen lassen, obwohl es mit der Kommunikationstechnologie mit schon lange genügendem CO2-Fußabruck bis nun endlich mal ausreichen müsste. Schlicht die Energie, die wir verwenden, um Vieh zu züchten, ist bekanntermaßen enorm. Außer wenn, wir enorm unter Denial leiden.«

»Und zusammen. Früher hieß es, unsre Klimaabkommen würden, obwohl nicht genug, zumindest ein Anfang. Die Wissenschaft ist sich darüber einig, dass das neueste Accord keineswegs weit genug geht.«

»Und so heute haben wir eine Konversation zwischen zwei Gesprächspartner: Die, die Verleugnen, das es eine menschenverursachte Erderwärmung gibt, und die, die Verleugnen, dass wir nichts dagegen machen, weil unser Lebensstil vorgeht.«  Die Katrin atmete aus.

Dann atmete die HK Elsner wieder ein: »Okay. Wir müssen an der Arbeit. Es sieht aus, als werden unser Informant belästigt.«  Dem hat El schon eine Weile ins Auge gesehen, HK Katrin sitzt dagegen mit Rücken zum relevanten Ereignisse. Aber wie gerufen informierte sie ihre Kollegin: »Ich sah schon wie die Arbeitskräfte sich aufregen und große Sorgen machen. Erbärmlich.«

»Naja. Sie müssen sich um das Geschäft kümmern«, ließ KM Lamprecht lauten, ohne Leib oder Seele bei.  Und Katrin wieder: »Liebe El! Was für eine Gelegenheit, die Geschichte zu Ende zu bringen! Du hast recht!«, und mit diesen Worten und einzelnen Wörtern ließt sie ihre Stimme allmählich aber deutlich lauter werden: »Die Mitarbeiter müssen sich doch darum kümmern. Sie um ihres. Wir um unseres. Und wir alle denken an unsre Kundschaft. Falls es nicht so weit kommt, dass sich beschwert wird, bei dem Chef über den Gestank, bei unsrem Kaffeedienern über die ach so unvermeidbare Unansehnlichkeit, wird man auch mal von Zivilisten vorläufig festgenommen. Weil wir es so wollen?«  Sie stand auf.  »Weil Sie es so wollen? Bitte sagen Sie es mir, irgendjemand, wer will das?«  Sie saß wieder hin, trank den letzten Schluck Kaffee.  »We’re in Denial, El! Wir verleugnen, dass jemand auf der Straße zu setzen das Gefühl trägt, in wörtlichem Sinne, jemand kaltzustellen! Und hier bei Minusgrade ist die Gefühl ziemlich tief!«

Als die Detektiven ihren Zeuge unter Schutz aus dem Laden geleitete, schrie er zu niemand bestimmten nach: »Breed and raise the pigs until the pent bounty cries for feasting of fear and destruction!«

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Reunited: How the West was One

You might recall from last year’s hoo-hah that the whirled’s had a full generation to digest the reunification of the German state. Let’s take a look at the fascinating colour schemes as seen this morning compared to how it looked for the fifty years the sides were split. On the left you see the results of yesterday’s election- on the right, the city as parcelled out by the confederacy of belligerents at the Potsdam Conference:

       Berlin Election 2016                         Berlin 1949-1989As H. Ross Perot might say, “Innerestin’ idn’t it?” For most, the obvious has long been that the old east-west west-east divide maintains an apparently solid mix of loyalty toward the respective parties of traditional influence. Well, I mean traditional insofar as peoples who were formed out of the decision to choose one kind of government over another that lasted a period of two generations, in weak contrast to the generation in time that followed during which the putative opportunity to rid oneself of the supposed shackles of socialist indoctrination played out in all its glory glory hallelujah. Of course the second part of that last sentence was written from the perspective of a westerner, not because I am a westerner, born & bred, but because the West are the ones who ultimately conquered the city with $oft power (‘First we take Manhattan’, anyone?).The more striking reflection is how the western sectors districts vote, with the former British controlled areas going mostly SPD and the French and US territories trending Christian Democrat. As an aside, it’s interesting that the blue chosen by the keep your stinking refugees AfD matches nicely with the shade someone selected over’t the Wiccapaedia for the American sector.

I suppose in order to accurately analyze these tendencies, one should look at the literal outliers in finer detail:

First there’s the oft mentioned fact that no-apologies ultra-right wingers do well in the former states of the GDR, but like so many places where this is the case, it’s a lot more obvious the more rural and/or ‘burbier you go, where they encounter multiculturalism mainly through the distant deigning of demagoguery. This is evident when you visit the concrete reaches of Buch, Marzahn, and Hellersdorf.

That black upholstered armchair perched upon the last eastern peninsula is another story altogether: Mahlsdorf. The biggest difference occurred when the district it’s in, Mahrzahn-Hellersdorf lost PDS candidate Gregor Gysi, who in 2001 had garnered half the vote. The CDU had already been running a pretty strong second to Gysi’s PDS, at 27 percent. However, in 2006 without Gysi, and with the PDS already dubbed Die Linke on the ballot (as part of the official fusion with the WASG that would take place the following year), they only managed 23 percent. That big a drop within one election cycle must be attributable to the absence of the face of the party during a contentious name change.

Still, part of the CDU’s ongoing ownership of Mahlsdorf in spite of poor showings in the rest of the district probably mirrors that of anywhere you see black: people believe they own their shit because they’re entitled to it and want it to stay that way (as opposed to the baby blue constituencies’ knowing they don’t own shit but wanna keep whatever it is they think they got out of the hands of Arabs, Persians, and Africans specifically as a good place to start).

This’d be a little too like the lazy demographic analysis of social scientistic punditry if I didn’t mention the more detailed reality regarding the latter group’s encompassing, as well, those opposed to big money war profiteering. It’s just that you almost only ever hear them bitching about the result and not the cause. This they have in common with adherents to almost all parties’ factions of loyalty.

But it is in fact Die Linke — running along the former East all dressed in pink — who have consistently taken aim at capital’s war machine and associated investment class. With the exception of Sahra Wagenknecht’s mentioning that “of course there’s a upper limit to how many refugees a state can handle” and that an honest government might want to include that as part of the discussion — which might have deflated a key part of the AfD’s argument, which was part of her point — they have only urged immediate acceptance of asylum seekers from all corners.

As long as I’m tying former districts of the GDR to The Left, I should mention again that in about two-thirds of the time it took East German border guards to snipe 200 would-be escapees, the Yanks murdered a million Vietnamese. I’m sure both estimates are kind. The GDR took in about 10,000 Vietnamese emigres by the mid-seventies, 60,000 by the time the Wall came down.

Speakin’ o’ the Wall
The Potsdam Conference established the partitioning into US, British, French, and Soviet zones seen in the map above right. Coincidentally, it’s at the lyrical heart of the death strip at Potsdamer Platz (the place named for the road to Potsdam) where the codified corners converge. After the fall, these adjacent spots became the property of Daimler-Benz, Sony, Otto Beisheim, and ABB/Roland Ernst Städtebau.

Daimler-Benz had snagged the largest parcel for so cheap that the stink it caused led to the European Commission’s ordering an additional payment of 34 million Deutschmarks to the Land of Berlin mere months after the initial sale had been completed.

Otto Beisheim was a former Nazi stormtrooper. Did you know that before the war they were the Freikorps (having been renamed after the first war)? Beisheim erected a center in his name, which housed the Ritz Carlton and the Marriott International. Imagine building a hotel tower complex with your own name on it.

Sony built the biggest monstrosity on their place and were rewarded another 4,500 m² by the Berlin Senate as remuneration for having to relocate some of their completed structure, even though it was due to their having disregarded conditions of the contract.

All I can find about Roland Ernst Städtebau is this article in German from 2011 regarding his arrest on suspicion of graft and fraud.

For Berlin, the massive construction on Potsdamer Platz was their first use of public-private partnerships to get shit done. The Berlin Senate made a show pony out of its design competition, while the players they brought thru the back door would subsequently use threats to get their way around perceived limitations. It was win-win for somebody — in the same way that CETA and TTIP and TISA and whatever subsequent names they may carry will be a win-win for corporations jacked-up on autonomy.

In other words: the politicians will always pretend they don’t know they’re being played as a sure way to hide the fact that they are playing along. That Corporate is seeking to make its authority official should be instructive. It was, already, to the at least 30,000 who took to the streets Saturday in Berlin. But that won’t likely change the outlook of the new senior partner in any coming coalition, the SPD, whose functionaries have, in op eds and on polit-talk shows, newspoken the necessity of precisely these kinds of agreements to any civilized society.

Now the Greens say they are against CETA as well. But if you know the German Greens, well, like I’ve said, coalition building makes for erratic bedfellowing – the subconsci-equences of which might help explain the last odd trend in the electoral map above: The Greens in the middle. They seem to have the strongest constituency in the area where most of the green has made way for concrete.

Speakin’ o’ the Wahl
So how ’bout the numbers? Well, I am proud to say that at least in one ward in my district the satirical party Die PARTEI beat out the AfD for second to last place. Unfortunately in the ward west of me AfD got just about 11 percent. With any luck, they’ll go the way of the Pirates, who made a big splash last time round but have all but disappeared.

The Berlin breakdown looks like this:

As predicted, the SPD benefited in spite of their bleeding a seat more than the CDU. Unexpectedly, the Left edged out the Greens – but their seat numbers will be the same. Even in light of this, however, I would urge Die Linke not to build a coalition with the SPD and Grüne. There goes the way of losing everything they won here. If they demur, the Greens will go willing with the fake Reds and form a coalition with the CDU just so they can have an office in the administration. And like I said, there goes the way of losing everything they won. But they’ve been doing that cyclically for thirty years now.

Because the only coalition coming from this will have to be more than two parties, the Berliner Zeitung is declaring the authority of the Volksparteien for toast. I think they’re smearing butter.

In closing, here’s the best shot I could get of Die PARTEI walking the opposite direction through the demo Saturday, followed by a hover image version of the maps above:

Those who walk in the other direction are STUUPID  –and-  KETA instead of CETA

Move your cursor over the image for extra fun.

 

My kingdom for words without n "".

I hesistte to type the following not leest of which becuse my “” doesn’t work nymore — hsn’t worked for while ctully. But the min point is tht I would like to’ve llowed my previous entry — contribution filed under my estblished cricturistion ctigory (more employed recently due to the forementioned lost “” issue) — to stnd on its own, s ny (in)decent visul rt should do. Not tht I’m climing to be n rtist, y’understnd.

To the point in question: Should not the Kool-id meme be restricted to the likes of the president’s cmpign bck in ’08, or for the one underwy from the folks Feeling the Berning, or for the current Trump kyfbe even?

Surely the generl tone from the Hills coterie does not fit the generic mood of tht of Kool-id drinkers, especilly given the cleer & present contrst w/ tht from the Witnesses for the Sentor from Vermont, who echo the requisite enthusism inherent to true believers… much more so thn the vile, violent would-be reelism coming out of Cmp Clinton?

Well, the point of my c@rtoon, obvious even now I think in the still imge, is tht the potion-peddler is emerging from the cmpign logo. The timing of the emergence is key: Concurrent to the @nti-Trump mood’s build-up, more & more converts come to creed Clinton. Despite the neophytes’ insistence they’re only counter-Trump, if they’re buying into the notion he must be stopped first & foremost, then they’re tipping tht pitcher. Holding their noses they must, yet still swllowing the poison.

Of course, hovering over the picture triggers the injection-y motion & common comix fun which reelly m@ke it go…

Kyfbe Swet – 2016

…and now back to our regularly scheduled programming (and the extra effort it entails on my part)…


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Personal Preferences: How small you like your Sundae?

These settings, these bookmarks, these dog-ears, the names in your address book & their contact lists and the interests of all those people your friends’ acquaintances & acquaintances’ friends are familiar with should in theory introduce you to new ideas.

But, if you’re normal, your interest is not really new ideas. The creepy thing is, you have more interest in common with the targeted advertisements that land in your lap or, if you’re the ultra-modern happy consumer, find in your hand.

We think we’re inundated with information, overwhelmed by it, and in a way we are, have always been. But converse to the concept of overwhelming modern media, the technological methods of information distribution & communication more mirror the time-tested human method of filtering out what isn’t of interest, or makes us uncomfortable.

The distressing realities really are in plain sight, in spite of all the sophistication, neurological and algorithmic, no outside manipulation by evil conspirators is needed to hide them. We hide them ourselves with our personal preferences. The most radically discerning and least obstinate of us — despite even the most open-minded intake — would nevertheless require a random act of fate to stumble upon an unusual bit of information, a nugget of truth, the possible existence of which we’ve never even considered considering.

While outside manipulation most certainly exists, we conspire against ourselves to keep ourselves narrow-minded. Our new sophisticated tech and method of control merely mirror that tact.

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Let’s say media is a fish. Let’s say, further, that a certain fellow’s central thesis is that the fish has a certain kind of skeletal structure. You hear this elucidated and summarized; it sounds quite simple enough. Are you interested in finding out what that structure is? You ask someone vaguely familiar with this fellow’s thesis, and she tells you that it’s really quite complicated, too much so, in fact, for the skeletal structure of the fish to be what the fellow says it is.

Then, by some bizarre twist of fate, you hear someone else talking about the theory of the fish’s structure and they say that it is really quite simple, that the structure of the skeleton is easy to observe and understand when given the basic introduction.

So you bite into the fish, as it were, and are a convert. You flock to every discussion about this fellow & his theory and gravitate toward anything reminiscent and keep a keen eye out for what the fellow himself might have to say about the modern state of affairs.

You adjust your scope to the true skeletal structure of the fish. Occasionally, when you venture into old territory and a mainstream presentation of the latest goings on, you find yourself frustrated that the middling consumer cannot see the fish as you do. But then a friend reminds you that even with your inquiring mind, you had required serendipity and instruction. Of course.

So you take it upon yourself to patiently educate everyone you encounter, referencing rants to the choir you’d heard in places you once had no idea existed.

Finally, you are so queued into this stuff that one day you happen upon a reference highlighting that somebody is badmouthing your professor hero.

Wait ’til you see what happens next.

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There are spectra of outlook — thought political, philosophical, otherwise scientific — you will never catch wind of, though they’re there, in massive number, both in tight-to-loose-knit groupings, or bits never having breathed the same air.

This is not “every conceivable idea or position” because there are so many more than that, conceivable positions as they are, regulated by fabricated dichotomies: left and right, religious and scientific, public and private.

These minds cannot conceive of a reality beyond yin and yang.

To illustrate, let’s say there is a university professor who is mostly unknown to the larger population, more known to the world of media criticism and still more known to the world of political left-ishivism. Now, media critics largely consider this professor to be radical, and when they go on television programs and his name comes up, it is in that context. The tv hosts rarely recognize his name, though they have plenty of colleagues who have had him on their programs.

As a matter of fact, this professor has turned up on enough mainstream regional and national media outlets and appeared enough in the press, both as subject and author, that there is no dearth of media consumer who might believe him somewhat of a celebrity, a famous figure, sometimes making a relative qualification, sometimes not. Yet the professor is relatively unknown.

This obscurity alone would make it easy to criticize his marginalized philosophy on the function of the corporate media, if the philosophy were anything but demonstrably not present in everyday media discourse.

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Applying a specific version of media criticism to those who would champion the same sounds reasonable, yet it offends those for whom it should represent truth. Instead of respectfully applying the idea, we are told, in not very clearly defined terms, that it is the icon that must be respected, not the idea.

They are not set to seek the truth, but those who might have told it.

Much criticism of criticism takes place within the self-constraints of the left-right paradigm. Smears of “leftier than thou” are tossed about as a way to somehow explain the flaw of a viewpoint without so much as observing the point of view or taking on the idea.

Comparatives are really quite unhelpful as attributes, unless your goal is limited thinking. At least the word “purist” as a put-down has an implicit connotation, unlike the view from the left or the right. It says that you’re obstinate, unwilling to compromise on a particular issue or set of beliefs. But in another sense, one’s purist is another’s person with principles. Not that the latter hasn’t been used mockingly when convenient.

If you haven’t been exposed to thought in a spectrum foreign to your own, you can’t count on discovering where to begin. You’d have as great a chance at understanding what is meant by the following inside joke:

“You can’t swing a dead cat without striking a soldier saving a small child.”

When the idea in that sentence rises to the level of notional – upon hearing that it is a reference to a statue honoring a military figure – comprehension still confronts an entire life’s conditioning that filters it out.

Now here might be a place for me to cite a specific case related to the previous explicative example, but I wonder, still, what it would matter. How much it challenges one’s thinking depends on one’s thinking at all in this section of the spectrum. Before that can happen, one must in all likelihood have been exposed to the idea in order to think it. Then, after that’s sunk in, to apply that same critical analysis to the subsequent thinking of one of the people who helped originate the analysis.

So here I reveal the commentary on the statue with a link to the link, not as centrally focused on the professor of the new fish skeleton, in favor of getting there by way of an analysis of a brand of pop.

For at the end of the day, you can lead a horse to water, but that won’t make it recognize “a clear eyed, even radical, assessment of all that’s wrong in the world coexisting with acquiescence in oligarch-approved methods for putting things right, no matter how often and resoundingly these methods fail”.

But who knows? If you get through those, maybe it would be better to get the next point by passing the professor.

That’s three links in today’s Sunday Paper, slightly aged but relevant, if you are so inclined.