Der Parkbank Pinkler: rückfear Zähne

„Jenseitig verborgen in unsrer Umlaufbahn, geradenwegs auf der andren Seite von unsrer Sonne ständig, dreht Nibiru.“

—König Tötenkönnen
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Colour of your flavor? Kommt drauf an, was „was“ ist. Ob wie im spießigen Britannien mit seiner überkorrekten Betonung und kümmerlich längeren Schreibweise oder wie bei den perv-prüde affigen Amis, faulkurz unausgesprochen, geschrieben ganz zu schweigen, I can’t live with or without u. Der hat unser Lied nicht nur angehört, sondern auch selber gespielt. Sich eingliedern oder aufspalten? Kommt drauf an, wie wir unsre geringsten Brüder behandeln, gell Gläubiger?

Wolle auch nicht, dass sie mir an jeder Ecke so ungelegen kommen, doch der gut gemeint gesellschaftsfähige Klemmbrett schleppende Spendensammler nervt mehr. Sind es kategorisch von derselben Abneigung? Eben. Behaupte nicht anders, meine nur, deshalb, dass man auch noch um Unterschriften bittet, wäre’s nicht gegenüber dem Gammler etwa legitimer. In der Tat hab ich nicht dagegen, wenn Ersteren als Erster vom Ladenbesitzer vertrieben wird. Ob einige Penner die Bude vollstinken, scheiß egal. Entschuldigung. Sei diese Wortwahl unglücklich oder unzutreffend oder ungenau, dann… dass Handeln der draußen wohnenden Unterschicht trifft keinen Sondernerv. Nur weil ihnen kaum Knete gegönnt wird, hieße’s nicht, sie bedeuten eine persönliche Last, wovor ordnungsmäßige Schutz vonnöten ist. Vor dem Bürohengst schon. Leut, die solch nicht sitzend vor der Sparkasse haben wollen, haben ein belastetes Gewissen, das gerade abgehobenes Geld nicht gerecht verdient zu haben. Sie dürfen ihr eigenes Glück nicht ausstehen mit dem Zerrspiegel gegenüber. Es sei denn, sie pflegen Überlegenheitsgedanken, und dann, wieso wenden sie sich an Bankautomaten auf Gesindelboden? Dass die leidgetränkte Realität Alltag geworden ist, liegt nicht an der angeblichen Kühnheit dem irgendeinen Bettler.

Überall schreiben Recht und Ordnung Typen Geschichten im Voraus und Gesetze im Nachhinein. Der Moderatflügel vom Gutmenschkontingent, sowieso als pure Gutmenschen gespottet, dichtet gerne Klauseln dazwischen. Und bezahlen auch mit Karte.

Das Fon klingelt: »Lamprecht.«  »El, zieh dir die Hose an. Wir haben in Köpenick zu tun. Bin gleich da.«

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Der Parkbank Pinkler: frucht-feife-ziehen auf de Jondel

„Ist die Ruhe um?“

—The Glam Squad, Gladiography (Veröffentlichungsdatum unbekannt)
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Gestern ist der Zukunftsweg. Jeder einzelne Tunken Berliner, der neu in Donut-kreis der Hauptstadt auch-tauft, ist ein untrügliches Wahrzeichen dafür, dass diese Lokalkette ihre bettelarm Sklavenlohn-schufter auwacka-weise nicht nur mit Touris zu überhäufen hoffen. Nicht als hätten alle waschechte Berliner was gegen die Pfannkuchen-eintunkerei-erei, aber gerade in diesen Kaffee? Schrippen stippen? Wohl kaum, wa?

Doch, doch! Herrje, herrje! Man meinte, die sich nun nah dreißigjährig fortbestehende Kopp-kluft zwischen Ost und West innerhalb Berlin so gut wie nicht existierend einstufen läßt, von Akademikern, die nun ja mit sachbezogenen Stichprobe-berlinern geredet haben.

Stallgeruch: Mehr als jeder Dritte sowohl aus Friedrichshagen wie auch Friedenau findet die hierzu gratis Lorke aus dem Tunken Berlinern gut bis sehr gut — alle vier alt- wie neu-Friedrichshainer sogar hervorragend. Zumal Weddinger und Weißenseer treffen drauf gerne wieder. Na gut, deren Daten stützen auf Statistiken einer Marktstudie. Jedenfalls wurde willige Teilnehmer mit Anschrift diesseits Dahlem befragt. Ob dabei die ausstehende Mehrzahl ähnliches wie „Wat de Muckefuck”?! von sich gab?

Wer meinte, die Werbebranche schummelt nicht, verdient von der Zahlensalon seinen Lebensunterhalt. Wer glaubt, dass sich Akademiker Stories nicht aus den abzählenden Fingern saugen, sollte mal die Geschichtsbücher aus aller Herren Staaten via close reading allumfassend vergleichen. Die Leitfrage paraphrasiert, was und wer wird nimmer gefragt, wer gilt gar nie oder zählt überhaupt nicht?

Der Journalist möchte keinen Limerick aus ‘ner Tragödie machen, deswegen wird berichtet, im „Tümpel” werde es sein, woraus eine Leiche geborgen wurde. Im folgenden Absatz darf es wohl als Teich bezeichnet, allerdings nur in direkter Zusammensetzung mit einem Totem oder ähnlich irrendem Beschön-sinn.


Fruchtstr./Rüdersdorfer Str. 1960 / Str. der Pariser Kommune/Rüdersdorfer Str. 2018

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Der Parkbank Pinkler: Rücksex säen

„Ahnte, schwante, tut die Tante,
schlechte Note, Schuldenquote.”

—’aus der Grotte
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Keiner schaut bei ihm vorbei. Oder, wie es gerade geht, den Umstanden entsprechend, hinein zwischen der Raumdecke aus der Brückenunterseite, und der von den vier Wänden, die nicht zu dieser Decke hinaufreicht. Daraus kommt das Loch vom Schlupfloch. Da oben, neben den rockend un’ rollenden Zwei- bis Zwölfrädern, ist auch eine Bushaltestelle, wo es kräftig quietscht. Die leere Lastkraftwagen rütteln aber am dollsten durch. Besuch aber nicht.

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Der Parkbank Pinkler: Rücksieb Zin

„Man nennt es Fortschnitt.”

—nicht zurückzuführen
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»Of all the fucking gall.« sagt er. Leo missversteht, denkt, die Galle soll alle sein, was hieße, eine Leberkrankheit oder ähnliches. In Wirklichkeit ist er nur sauer. »Nein. Nicht die Galle. Es hat nichts mit der Gal’nblase oder sonst was Körperliches zu tun!« Außer der Tatsache, dass er zittert, wenn sauer, denkt Leo. Eventuell ist er jedoch wütend. Er zeigt es nicht äußerlich, womöglich deswegen das Zittern so’n Bisschen gerade. Sieht nicht aus wie die Wut, tut aber so, als wäre es sie verbergen. Vor wem? Vor allen. Vor dem vor sich. Vielleicht vor der Nähe.

Leo hat Angst vor Krankheiten der Organe. Als Kind dachte er, die Leberzirrhose wäre ein Rettungskleid. Sanitätersbuxe oder sowas. Das ist schon eine Weile her. Als bürgerlicher Leo auf dem Weg zum „Olli” war, hat er schon ein paar Stücke verloren. Nach einem Maulvoll von Milchzähnen, die Mandeln mit fünf, den Blinddarm mit sechzehn, und wenn das für ihn kein schlechtes Zeichen war, ein Auge im folgenden Jahr, ist das ein Leben, das schon vieles erlebt hat.

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Der Parkbank Pinkler: rück ach’ zehn

Dit jeht bis „du”.

—Jofine Greetj Tuchholz
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Ein Stoff wirkt und bestimmt wo wir gerade bei… dem Erzählstoff, dessen Gewebestoff, also dess’n Werkstoff, auf alle Fälle interpretiert durch die Stoffenstoff… warte! Was soll nun die Stoff? Wie wir merken, wegen der die, oder wie wir hier nun sagen, die dieetwegen, hat die nicht mit Materien zu tun, obgleich im Sinne von Geschichten, oder was wir toll im Trend tragen, aber doch das, was mit den Sternen spinnt. Sie ist weder ‘ne Droge noch Schnaps, sonst wird sie hier nun das Stoff genannt und daher nicht sie sondern es, obwohl wir insistieren „Gib die denn her!”

Kennste die Lösung? Die ist morbidzarr. Uneingeschränkt unnötig verzwirbelt und grauenvoll. Was für ein Stoff könnte eine Stoff sein? Gibste auf?

»Denn gebich nixaus.« Derart O’Populär, gleich „Arto” gennant — sowie „Do op” und „Art Do op” aber bei Atzen eher „Do”, gekannt durch in die Archiven von nun, obwohl das Konzept der nämlichen Platte aus dem Kopp von der Muse vom Gitarristen Ivan Gawn stammt —, schließt verstümmelte Wortpaare stets doppelt der Reihe nach zusammen. »Allewat wirmachen, det wiralle jleichmachen.«

Wie wir alle gleich leiden, meinte Do. Und während Do wirklich die Sache wegen der Stoff nicht verraten wollte, im Allgemein bestand Do drauf, persönliches Leid für sich zu behalten. Es war Do Leid zu tun, irgendwas Neigbares zur Nachempfindung bekannt zu geben. Auch dies war von der Muse von Ivan Gawn geprägt. Sozusagen bloß. Zwecks Bildung hatte die Muse einen Archetyp genannt: Dieser Typ bereite der Frau ihren Kummer verdoppelt, indem er versucht, Vorschläge zum Lösen des von ihm wahrgenommenen „wirklichen Problems” zu machen. Mit dem Versuch fast ausschließlich  „Frauenprobleme” sofort aus dem Weg zu fegen, würde er sie kleinreden. Erniedrigt davon würde u.a. auch die Freundin, die Liebhaberin, die Frau.

Heute wird dieses Phänomen als eine Art „Mansplaining” erkennbar und dementsprechend so eingeordnet, aber die Muse erkannte, warum Männer das wirklich machen. Auch wenn ein Mann was für seine ererbte Überlegenheit und vielmehr sein eingeborenes Überlegenheitsgefühl Buße tun könnte, könne er nichts dafür, dass er wie sonst allermeisten Menschen aus nachempfundenen Sorgen agiere, will er die Qual entgehen. Jedenfalls zur Vermeidung des Leids.

In engeren Sinn heißt „dabei”, dass das Wir zusammenführt, was auch immer noch zusammen fährt. Häh? Wie ist das hierhin gekommen? Entschuldigung. Die Blätter bluten ebenfalls.

Es wird nun schwer wieder damit fortzuführen, woletzt ich gerade bei war. Nun ja, die Sachen sind Stoff, und der Stoff ist die Sache. Also…

»Obwohl es vorgeblich viele gibt, vermeintlich unzählig viele, die nicht wie Do zusammenbrechen, werden sie auch vernichtet. Alles, was wir nun erleben und erleiden gehen in die Archiven von nun.« Witz ist, dass Ivan Gawn nicht wusste, die Muse hat den Satzanfang von Blutkotzenden Goten parat. Davor stammt es aus fernerem Afflatus, aber die Muse hat er zu Ende gebracht. So ist die Archiven von nun entstanden.

Nicht hiermit! zumindest nicht explizit
Hermit zusamengefasst alles
Was wir leben und leiden

Es war zu der Muse keine Überraschung, dass dem Gitarristen das Stück unbekannt war, aber Do? Das schien der Muse egal zu sein. Wo waren wir? Ach, ja, das Schema. »Egal wie hart unsere Zeiten für uns, sind unsere Zeiten für andere noch härter.« meinte die Muse, hinführend zum zweiten Archetyp. Diesen nannte die Muse ein „Urbild”. Dieses sei eine feminine Figur, eine übernommene Rolle, sehr ein „lass mich dir die Last nehm’m” Wesen, voller Empathie. Tatsächlich sei sie so vollgestopft mit Mitgefühl, dass die Figur nur wissen würde, dem Objekt der Empathie erschwerte Schwierigkeiten zu bereiten, indem sie ihre Finger überall drin haben müsse, um den Schmerz zu lindern. Allerdings seien im urbildlichen Sinne die Fingerabdrücke der Beweis dafür, dass den Gegenstand des Kummers bis zum Lebensende nie wieder in Ruhe gelassen würde. Wie die Empathie verdinglicht, verbraucht und verwahrlost, so ist der Kranker Gebrauchsgut bis aufgebraucht, wobei fortlaufende Berichte über die dollste Details von dem Schmerz und sonstigen feinen Gefühlen zum Konsumentenschutz zu erstatten wäre. Und wo dieses Gutgefäß gerade bei wäre, einen Umweg steuern zu lassen, anstatt auf Muse zu horchen… bereite das Ausweich-Archetyp dem empfindlichsten Urbild Kummer auf Pein und damit schießt sich die Krise ins Knie.

So Do: »Die Muse WEIStschnell DRAUfin, dass die Muse-UHR BildIST weder weibliche noch Männersache.« Geschechtszuordnung tauche bei Projektionen anderer Urbilder. So die Muse: »Auch den Beweis für die Züge diverser Archetypen können dadurch gefunden werden, indem, also, so einer [man], unabhängig vom Ursprung dieselben Texte hervordichtet, wie sich das gelehrte Aufrufen.«

Zwischen der Beseeltheit von den Goten und der Muse von Ivan Gawn, wiederso die Muse, geprägt wurde von dieser Derart O’Populär weder durch originale Äußerungen noch geborgte Verschwommenheiten. Geprägt würde der gewesen, den wir hier nun nur O.D. nennen (nahab ickdoch gesagt, die Sache entsteht aus Grauen), über sein ineinander schachtelbares Wesen aus dem Kernschatten von tiefst drin. Das ist die Stoff.

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Der Parkbank Pinkler: rückneunzehn

.XIX . ..

Erinnert worden bin ich an eine Freundin, die ich, zusammen mit der Entscheidung diese Gemeinde meine Bleibe zu machen, auf einer Party getroffen hatte. Auf dem Dach im Julimorgengrauen mit Rundumblick — was heißt, wie einer sehen konnte, eine freie 360° Aussicht von wo auch immer — war das erste Mal, wobei ich dachte, vielleicht ist dieser Scheißsehturm, dem man auf jedem T-Shirt und Schlüsselanhänger und jeder Postkarte entgegen tritt, dagegen attraktiv. Wahrnehmungsumstände schätze ich.

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Der Parkbank Pinkler: rückzwanzig

Aus unerkennbarem Grund, ohne Hand zu Fuß. Keinen Spaß macht das Spiel, tut aber kleiner Leid.

—Objet d’Art
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Infolge mehrerer persönlich lästiger Unerwünschtheiten pflege ich zur Vermeidung des Weiterleitens meines Leidens eine Zumutungsverweigerung. Die Frage ob sich diese Zurückhaltung von alleine hätte entwickeln können ist begründet. Ferner ist es fair zu fragen ob die Selbstentwicklung schlichtweg als unabhängig vom Zustand zu betrachten ist. Hauptsache ist sie ist sehr laut meines Erlebens wenn gar nicht nützlich nötig ohnehin.

Sofort nach dem Erstauftritt vom ansteckungsvorangehenden Anzeichen sagte ich mir Mann! und versuchte die Unfugstellen geistig aufzuheben. Denn die sonst übersteigende Überlegungen könnten erschwerendes Zerbrechen der Geistesverfassung herbeirufen.

Tiefer denn Brachen anfügend ihre Toten nun
Wächst ‘bisschen langsam, belüge mich
Ob sexelnd Amt empor, was so immer,
Das entzweit die Furcht in Kernkälte.

Irgendwann kam dieses dennoch unfreiwillig dann massig frei durch. Emotional auch kreist ein weites- beziehungsweise Dreidrittelgefüge. Nebenfachlich, wieso fort ich wirkte und las in aber genauso unmittelbar danach kommender Stille und drang erneut. Halbierte Schachzug holt weder auf noch hinweg.

Die Zirkusmesse ist von so’m Zeugs Wellen einher gestellt—
Verschwinde! das erzwungene Tief durch Atmen!
Nach je dem Zirkus misst du bestimmt ab
Wieso spinnen, dennoch stärken, auf taube Ohren versichern?

Was heißt nicht so toll wie beim vorigen Gang?
Es nimmt mehrere Zyklen bis letzteres… fortdauernd.

Der Körper isst in alle meinen Iglus zuhaltend. Daher mindern nicht auch manchmal heteronomische Regungen von allen Zellen regierend. Weniger unbehaglich ist es vielleicht meinen Darm Oberbayern in den Kopf zu spucken. Je nach Stärke der Vergiftung können zuerst Spaaren zu Schwellen scheinbar unerträglich forthindeuten. Wichtig ist nach jeder Welle sofort wieder mit ach Vitaminen zurückzukehren, gegeben also lang, sammelnd sofach, dass der Zugang nicht zu Spüren windet. Denn sehr allmählich öfter und ein Bisschen tiefer getanzt, Abszesse brauchen eine Salbe. Die Wunde kann Abrisse zu anderen Wunden meldend ebenda fordern.

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